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Unerwarteter Erfolg beim EGORF2026 in Valencia

  • vor 4 Tagen
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Aktualisiert: vor 2 Tagen

Vor fast einem Jahr begannen die Planungen zur Teilnahme an der Rugby-EM der Alten Herren – dem European Golden Oldies Rugby Festival, kurz EGORF. Da wurden Flüge gebucht, Hotelzimmer reserviert und gemeinsame Pläne für ein tolles Event geschmiedet. Das Turnier, das alle zwei Jahre mit rund 60 Mannschaften stattfindet, wurde in diesem Jahr im spanischen Valencia ausgetragen. Letztlich waren es dann knapp 20 Spieler der Old Boys des USV Potsdam, die die Reise antraten. Bei dem Turnier selbst stehen die Freude am Rugbyspielen sowie Fairness und Respekt im Vordergrund. Man möchte seine Spiele natürlich gewinnen, doch die Platzierung des eigenen Teams am Ende ist dabei fast nebensächlich.


Am Donnerstag vor dem ersten Spieltag flogen die meisten Spieler, Partnerinnen und Unterstützer recht früh von Schönefeld ans Mittelmeer. Ein Shuttle-Bus brachte unsere Potsdamer Reisegruppe bei noch angenehmen 25 Grad ins Hotel Olympia Universades. Am Nachmittag wurden dann die Willkommenspakete bei der Turnierleitung abgeholt, manche gingen bereits in die Stadt, andere wollten gleich schon mal ins Meer springen. Am Abend trafen sich aber alle wieder zur großen gemeinsamen Welcome-Party in der „Stadt der Künste und Wissenschaften“ von Valencia. In einer interessanten Location hatte jedes Team sein eigenes kleines Büffet mit spanischen Tapas und Paella bekommen. Gemeinsam als Team zog man noch vor Mitternacht zurück ins Basislager und war voller Spannung auf das morgige Turnier.


Der darauffolgende Tag war der erste von zwei Spieltagen. Je drei Spiele standen für Freitag und Sonntag auf dem Plan. Die Gegner sollten dabei aus Spanien, England und Wales kommen. Die Spielfelder befanden sich in einem ehemaligen Flussbett und waren als Kunstrasenplätze in eine große Parkanlage eingebettet. Im Schatten der Bäume machte sich das Team heiß auf den ersten Gegner, die Harwell Hobs aus England. Die waren an diesem Vormittag aber scheinbar noch nicht ganz wach, so dass die Potsdamer Oldies das Spiel letztlich knapp mit einem Versuch und 5-0 Punkten für sich entscheiden konnten. Das zweite Match war ungleich schneller und härter. Gegen das spanische Team Unio Esportiva Santboiana Classics hatte man kaum eine Chance, zeigte aber eine gute Defensivleistung und verlor dennoch klar mit 0-15 Punkten. Mit dem erreichten Minimalziel eines Sieges im Hinterkopf ging es am Nachmittag nochmal hoch motiviert gegen andere Spanier, diesmal die Costa Barbarians. Hier war man nicht chancenlos, nutzte die läuferische Überlegenheit und verteidigte minutenlang vor dem eigenen Malfeld. Und es lohnte sich, denn das Spiel wurde mit 10-5 Punkten gewonnen. Damit stand schon der zweite Sieg des Tages auf dem Zettel, was man so gar nicht erwartet hatte. Anschließend wurde erstmal ein kühles Kaltgetränk genossen, denn die Temperaturen waren locker bei 30 Grad und mehr angekommen. Am Abend kamen viele der Potsdamer in einem Tapas-Restaurant zusammen, dessen Mitarbeiter unseren sehr spontanen Besuch, die immer größer werdende Gruppe und die ausgelassene Stimmung so schnell nicht vergessen werden.


Der spielfreie Samstag wurde von allen zum Ausruhen, Sightseeing, Delfin-Shows, Baden und vor allem für gutes Essen genutzt. Man konnte sich noch gar nicht vorstellen, am Sonntag schon wieder auf dem Platz zu stehen. Die Schürfwunden, die der Kunstrasen hinterlassen hatte, sorgten bei vielen für sichtbare Spuren des ersten Spieltages.


Ohne große Erwartungen an weitere Siege ging es am Sonntag auf zu neuen Begegnungen auf einem neuen Spielfeld. Allen fiel es nun deutlich schwerer als am ersten Tag, nochmal in Gang zu kommen. Das erste Spiel war erst gegen Mittag angesetzt und es lagen auch wieder um die 30 Grad in der Luft. Wir spielten zuerst gegen das Team Carcas aus Spanien, woher auch sonst… Aber anscheinend lagen uns die ersten Spiele des Tages ganz gut, denn alle waren wach und kämpften von Beginn an um jeden Meter. So war es dann wieder ein sehr knappes Spiel, das die Potsdamer Rugger mit nur einem Versuch und 5-0 Punkten für sich entscheiden konnten. Damit hatte kaum einer gerechnet – drei Siege bis jetzt in diesem Turnier. In der Spielpause erreichte uns die Turnierleitung mit der Nachricht, dass das walisische Team wegen Spielermangel nicht mehr gegen uns antreten würde, schade. Am frühen Nachmittag waren dann aber nochmal die richtig guten Tango Classics unser Gegner – ein Team aus gebürtigen Argentiniern, die aktuell in Spanien leben – wo auch sonst? Hier glaubten wir zunächst keine Chance zu haben. Besonders als auf der gegnerischen Seite nach zehn Minuten ganze 13 von 15 Spielern ausgewechselt wurden, staunten wir nicht schlecht und suchten vergeblich unsere Reservebank an der Seitenlinie. Wie auch immer, die Potsdamer Oldies hielten zusammen, verteidigten mit aller Entschlossenheit und kamen mit dem Schlusspfiff auf ein sehr beachtliches 5-5 Unentschieden. Wahnsinn, dachten wir uns, was war das für eine Bilanz bei einem internationalen Turnier dieser Größe? Alle waren mächtig stolz auf das Erreichte. Mit wenigen Spielern, kaum Wechselmöglichkeiten, den heißen Temperaturen und nicht zuletzt den ungewohnten Kunstrasenplätzen war das Oldies-Team vom USV Potsdam letztlich doch gut zurechtgekommen.


Am Sonntagabend stand dann noch die große Abschlussveranstaltung mit Pokalverleihung, Musik und einem Abendessen unter freiem Himmel an. Der Veranstalter hatte für rund 1600 Menschen runde Tische eingedeckt und bewirtet – das war schon ziemlich cool. Wir haben uns trotzdem gefragt, was hätten sie wohl bei Regen gemacht?


Und so endeten am Montag mit dem Rückflug nach Berlin gleichzeitig ein sportlich sehr erfolgreiches Turnier, ein top organisiertes Event und ein langes Wochenende voller Eindrücke, gutem Essen und vielen guten Gesprächen.

 


Fotos: Corinna Jahn

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